Praxisbewertung, Praxiswertermittlung
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen zum Thema Praxisbewertung und Praxiswertermittlung. Unser Angebot für Praxisbewertungen finden Sie hier.
Der Praxiswert setzt sich nach allgemeiner Auffassung zusammen aus dem materiellen und dem immateriellen Praxiswert. Der immaterielle Praxiswert wird auch als der sog. Goodwill bezeichnet. Zur Bestimmung beider Komponenten des Praxiswertes bestehen verschiedene Methoden der Praxisbewertung. Die nachfolgende Übersicht zur Praxiswertermittlung soll insofern einen groben Überblick verschaffen.
Praxisbewertung - materieller Wert
Der materielle Praxiswert repräsentiert sämtliche sächliche Vermögenswerte der Praxis (z.B. medizinische Geräte, Einrichtung und EDV sowie Verbrauchsmaterialien). Zur Bewertung dieser materiellen Praxiswerte stehen grundsätzlich drei Methoden zur Verfügung. Der wohl einfachste Weg im Rahmen der Praxisbewertung wäre die Übernahme der Restbuchwerte aus dem Anlagenverzeichnis der Gewinnermittlung (AfA-Liste). Da es sich hierbei jedoch ausschließlich um fiktive steuerrechtliche Größen handelt, trifft der Restbuchwert keine Aussage über den tatsächlichen Wert und kann deshalb nicht zur Praxiswertermittlung heran gezogen werden. Maßgeblich im Rahmen der Praxisbewertung ist vielmehr der sog. Zeitwert (auch Fortführungswert). Unterstellt wird, dass das zu bewertende Gut weiterhin nutzbringend in der Praxis eingesetzt werden kann. Im Rahmen der Praxisbewertung sind sodann wertmindernde Faktoren wie Alter, Wartungszustand oder Ausstattung zu berücksichtigen.
Praxisbewertung - ideeller Wert
Die Ermittlung des ideellen Praxiswertes ist gewissermaßen das "Herzstück" einer jeden Praxiswertermittlung und als solche immer auch Ansatzpunkt für Diskussion und Kritik. Im Rahmen der Praxisbewertung werden grundsätzlich zwei methodische Ansätze diskutiert: umsatzbezogene und ertrags- d.h. gewinnorientierte Bewertungsverfahren.
Die allgemein bekannte Bundesärztekammermethode ist die klassische am Umsatz orientierte Methode zur Praxiswertermittlung. Da sie, wie alle umsatzbezogenen Verfahren ausschließlich vergangenheitsorientiert ist, verwenden wir die sog. modifizierte Ertragswertmethode. Diese Methode erlaubt es, bei der Praxisbewertung insbesondere auch die prognostizierte wirtschaftliche Entwicklung bei der Bestimmung des Praxiswertes zu berücksichtigen.
Methodischer Ansatz der Praxiswertermittlung
Bei jeder Praxiswertermittlung geht es - vereinfacht gesagt - darum, zu ermitteln, welchen wirtschaftlichen Vorteil der Erwerber einer Praxis gerade aus dem Erwerb einer bestehenden Praxis erhält. Bezugspunkt für diesen Vergleich ist also die Neugründung an einem vergleichbaren Standort.
Verwandte Themen: Abrechnungsanalyse, Beratungsförderung, Mediation, Praxisabgabe, Praxisgründung, Praxismanagement, Praxiswertgutachten, Standortanalyse